Die Beteiligung an den gesellschaftlichen Arbeitsprozessen ist für die persönlichen Entwicklungschancen und die Würde eines Menschen von ebenso großer Bedeutung wie eine angemessene Versorgung mit materiellen Gütern und Mitteln für die Teilnahme am sozialen Leben. Dies gilt für alle Menschen, unabhängig von ihrer individuell unterschiedlichen Leistungsfähigkeit. Da der Erste Arbeitsmarkt jedoch immer mehr Menschen von existenzsichernder Erwerbsarbeit ausschließt und sie damit den Gefahren des Verlustes ihrer beruflichen Qualifikationen, des sozialen Abstiegs sowie von Persönlichkeitsstörungen und Krankheit massiv aussetzt, sind alternative Beschäftigungsangebote nötig. Die BUF will daher arbeitslosen Menschen, vor allem solchen, die durch Leistungseinschränkungen, Herkunft oder andere Faktoren im Ersten Arbeitsmarkt benachteiligt sind, eine sinnvolle Tätigkeit im geförderten Zweiten Arbeitsmarkt ermöglichen.
Die Sinnhaftigkeit geförderter Beschäftigungen durch einen klar zu Tage tretenden Nutzen für die Allgemeinheit ist uns sehr wichtig. Sinnhaftigkeit bedeutet für uns aber auch, dass die Arbeit auf die individuellen Leistungsvoraussetzungen und Bedürfnisse des einzelnen abgestimmt ist, damit aus ihr ein möglichst großer Beitrag zur Stabilisierung und Weiterentwicklung der Persönlichkeit erwachsen kann.
Unter Beachtung der mit einer sinnvollen Beschäftigung erzielbaren Effekte stellt die BUF in begrenztem Umfang auch solchen Menschen gemeinnützige Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung, die nicht an geförderten Projekten der BUF teilnehmen können, wenn dies für ihre persönliche Stabilisierung von besonderer Bedeutung ist.
Für viele Menschen sind Aus- und Fortbildungen zur beruflichen und gesellschaftlichen Integration unbedingt notwendig. Die BUF macht daher im Rahmen ihrer speziellen Kompetenzen Bildungsangebote, die sie konsequent an den aktuellen Anforderungen des Ersten Arbeitsmarktes ausrichtet.
Alle Anstrengungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BUF
orientieren sich an dem Ziel, wo immer möglich, Teilnehmern den Weg (zurück) in den Ersten Arbeitsmarkt zu ebnen.
Besonders wichtig sind uns junge Menschen, die wegen fehlender Bildungsvoraussetzungen und persönlicher Schwierigkeiten den Übergang ins Berufsleben nicht geschafft haben. Auch sie haben ein Recht, sich ein eigenständiges Leben und gesellschaftliche Anerkennung zu erarbeiten. Sie dürfen von uns nicht aufgegeben, sondern müssen unterstützt und gefordert werden. Andernfalls besteht die Gefahr ihres Abdriftens in kriminelle, gewaltorientierte und radikale Milieus, die mit dem Rechtsstaat nicht vereinbar sind. Die Arbeit mit diesen schwierigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist deshalb ein unbedingt notwendiger Beitrag zur Sicherung einer friedlichen und demokratischen Zukunft für unser Land.
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unserer Einrichtung sind der Überzeugung, dass die Gesellschaft allen ihren Mitgliedern gegenüber gleichermaßen verpflichtet ist und alle Menschen gleichermaßen die Chance zur gesellschaftlichen Teilhabe erhalten müssen. Den täglichen Umgang mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen unserer Beschäftigungs- und Bildungsprojekte bestimmen daher die Achtung vor der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung, Status und persönlichen Ansichten. Jeder erhält Unterstützung, wird bei Berücksichtigung seiner Leistungsfähigkeit aber vor allem als Partner und nicht als Hilfeempfänger gesehen. Ziel ist es stets, Eigenverantwortung und Selbständigkeit zu stärken.
Die tägliche Integrationsarbeit mit überwiegend benachteiligten Menschen stellt hohe Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Einrichtung. Leitbilder der Zusammenarbeit sind daher die Achtung vor der Leistung anderer und gegenseitige Unterstützung. Im Sinne einer lernenden Organisation kommen ein stets auch kritischer Umgang mit der eigenen Arbeit und eine den aktuellen Zielen der BUF entsprechende Weiterbildung hinzu.